ASS • ADHS • PDA
Verstehen statt bewerten
Jeder Mensch erlebt die Welt auf seine eigene Weise.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ASS, ADHS oder PDA nehmen Reize, Anforderungen, Gefühle und soziale Situationen oft intensiver oder anders wahr. Dies kann im Alltag, in der Schule oder innerhalb der Familie zu Herausforderungen führen.
Mir ist wichtig, neurodiverse Menschen nicht über ihre Schwierigkeiten zu definieren, sondern ihre individuellen Bedürfnisse, Stärken und Perspektiven zu verstehen.
ASS – Autismus-Spektrum-Störung
Menschen im Autismus-Spektrum erleben die Welt häufig sehr intensiv.
Reize, soziale Situationen, Veränderungen oder unausgesprochene Erwartungen können Stress oder Unsicherheit auslösen.
ASS zeigt sich sehr unterschiedlich. Manche Menschen benötigen viel Struktur und Rückzugsmöglichkeiten, andere kämpfen eher mit sozialen Anforderungen oder Reizüberflutung.
Oft stehen hinter herausfordernden Situationen Überforderung, Stress oder Missverständnisse und nicht fehlender Wille.
ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
ADHS betrifft nicht nur Aufmerksamkeit oder Aktivität, sondern häufig auch die Regulation von Gefühlen, Reizen und Energie.
Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS erleben:
• schnelle Überforderung
• innere Unruhe
• Schwierigkeiten mit Konzentration oder Organisation
• starke Gefühle
• impulsive Reaktionen
• Erschöpfung durch ständiges Anpassen
Gleichzeitig bringen Menschen mit ADHS oft besondere Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Sensibilität und neue Perspektiven mit.
PDA – Pathological Demand Avoidance
PDA beschreibt ein Profil innerhalb des Autismus-Spektrums, bei dem alltägliche Anforderungen starken inneren Stress auslösen können.
Bereits kleine Erwartungen oder Anforderungen können als überwältigend erlebt werden. Dies kann sich unter anderem durch Vermeidung, Rückzug, Kontrolle, Diskussionen oder intensive emotionale Reaktionen zeigen.
Wichtig ist zu verstehen, dass dieses Verhalten meist kein bewusster Widerstand ist, sondern eine Stressreaktion.
Ein PDA-orientierter Ansatz setzt deshalb auf:
• Beziehung statt Kontrolle
• Flexibilität statt Druck
• Sicherheit statt ständige Erwartungen
• Verständnis statt Bewertung
PDA ist noch wenig bekannt und wird häufig missverstanden. Eine PDA-orientierte Begleitung kann helfen, Druck zu reduzieren und neue Wege im Umgang mit Herausforderungen zu finden.
Jeder Mensch ist individuell.
Deshalb gibt es keine allgemeingültigen Lösungen, sondern Wege, die zur jeweiligen Person, Familie und Situation passen.